Die 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur finden für ca. 4 Wochen im Zeitraum Oktober/ November 2017 statt. Der Thüringer Ministerpräsident und der Erfurter Oberbürgermeister als Repräsentant der Stadt, in der die zentrale Eröffnungsveranstaltung stattfindet,  haben Schirmherrschaften über des Projekt übernommen.

 

In einer Zeit verstärkter Diskussionen um Religionsfreiheit, Minderheiten und um die Frage „Was gehört zu Deutschland?“ gewinnen die Tage der jüdisch-israelischen Kultur immer mehr an Bedeutung. Zudem macht die Erinnerungskultur hierzulande gegenwärtig einen Wandel durch. Im vergangenen Jahr endete der vermutlich letzte NS-Prozess. Diejenigen, die den Holocaust miterlebt, überlebt haben, sterben. Hitlers „Mein Kampf“ ist in Deutschland wieder ein Bestseller und ein Verbotsverfahren gegen die antisemitische NPD ist im zweiten Versuch gescheitert. Vor zwei Jahren hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung herausgefunden, 81 Prozent der Deutschen würden die Geschichte der Judenverfolgung gern „hinter sich lassen“. Deshalb ist es nötig und möglich, über das Netzwerk für jüdisches Leben in Thüringen einen breiten Handlungsrahmen derjenigen Akteure zu schaffen, die im Freistaat gegen Antisemitismus, Rassismus, Radikalismus und Fremdenfeindlichkeit auftreten und in dem komprimierten Zeitraum der Kulturtage ein deutliches Zeichen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit setzen wollen.

 

Als Veranstaltungsorte sind neben der Landeshauptstadt Erfurt die Städte Altenburg, Apolda, Arnstadt, Eisenach, Gera, Heilbad Heiligenstadt, Ilmenau, Jena, Meiningen, Mühlhausen, Nordhausen, Rudolstadt, Sondershausen, Suhl und Weimar beteiligt.

 

Die inhaltliche Gestaltung orientiert sich an folgenden Leitthemen:

    • Die moderne israelische Gesellschaft mit ihren vielfältigen kulturellen Wurzeln und aktuellen Entwicklungsprozessen stellt wiederum einen Schwerpunkt im Projekt dar.

    • Jüdische Kultur in Geschichte und Gegenwart kann als ein wertvoller und unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Gesellschaft erlebt werden. In der Spielzeit 2016/ 2017 gibt es an Thüringer Theatern 11 Produktionen von Stücken jüdischer Autoren, die als Ausdruck dafür stehen können. Im Zeitraum der 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur sollten geeignete Vorstellungen in das Programm der Kulturtage aufgenommen werden.

    • Die Beziehungen zwischen den monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam werden thematisiert.

    • Die Erinnerung an die barbarischen Akte der Judenverfolgung, insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus, wird wach gehalten, damit sich solche Verbrechen niemals wiederholen. Dabei ist von besonderer Bedeutung, dass 1942 mit der „Wannseekonferenz“ die Massendeportation der Juden in die Vernichtungslager ihren Höhepunkt erreichte und sich diese Ereignisse mithin zum 75. Male jähren.

    • Von hier aus sollen Brücken geschlagen werden zu aktuellen Fragen nach den Folgen von Flucht und Vertreibung.

Auf viele dieser Themen gibt es teilweise sehr kontroverse Sichten. Die Kulturtage wollen zum Diskurs einladen. Dabei kommt es besonders auch darauf an, sich explizit mit dem heutigen Extremismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, insbesondere dem Antisemitismus, auseinanderzusetzen.

 

Insgesamt streben wir auch danach, die 25. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur zu einem besonderen Ereignis zu entwickeln, welches diesem Jubiläum gerecht wird.